Brief an die Schulen des Dezernenten Gereon Geissler

Liebe Schulgemeinschaft,

die vergangenen Wochen und Monate waren alles andere als einfach und haben uns allen sehr viel abverlangt. Wir alle haben uns sehr plötzlich in einer Situation wiedergefunden, die es so noch nie gab und die uns vor die unterschiedlichsten Herausforderungen in allen Lebensbereichen gestellt hat, sei es in unseren Schulen, innerhalb der Familien oder auch jeden Einzelnen ganz persönlich. Neben der drängenden Frage nach Gesundheit und Wohlergehen aller stand plötzlich auch die Frage nach der Neuorganisation unseres Alltagslebens im Raum und mit ihr auch eine Vielzahl an Unklarheiten, Hindernissen und Problemen.

Auch aktuell sind weder der weitere Verlauf der Pandemie noch die langfristigen Auswirkungen, weder die Dauer der Einschränkungen noch die weiterhin erforderlichen Maßnahmen in dieser besonderen Zeit wirklich abzuschätzen. Diese Unsicherheit auszuhalten und mit dieser Unsicherheit umzugehen, ist alles andere als einfach.

Viele wichtige Selbstverständlichkeiten in unserem sozialen Miteinander müssen immer noch unterbleiben, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, doch der Verzicht, die Hand zu reichen, Menschen, deren Nähe wir suchen auf Abstand zu halten, fällt schwer und irritiert.

Dies alles ist für jeden Menschen belastend und schwer einzuordnen, aber in besonderen Maßen gilt es für den Lebensraum Schule. Denn hier steht die Begegnung, der persönliche Austausch und das Miteinander von hunderten Menschen jeden Tag im Vordergrund und ist die Grundlage gemeinsamen Arbeitens. Umso mehr war jeder Einzelne von Ihnen als Teil der Schulgemeinschaft gefordert, in den vergangenen Monaten immer neu zu überlegen, wie Schule unter diesen Umständen gelingen kann.

Die Schulleitungen mussten immer wieder die neuen und leider manchmal auch widersprüchlichen Anforderungen auf die Gegebenheiten der Schulen übersetzen. Das verlangte Geduld, Flexibilität und ein hohes Maß an Lösungskompetenz. Dabei konnten sie auf Lehrerkollegien bauen, die die entstehenden Konzepte tatkräftig unterstützt und umgesetzt haben, die immer wieder nach guten Lösungen für ihre Schülerinnen und Schüler suchten und in diesen anstrengenden Wochen großen Einsatz zeigten. Dies gilt auch für die Sekretariate und die Hausmeister, die sich ausdauernd und besonders engagiert haben. Danke für diesen Einsatz, danke für Ihre Geduld und Ihr Engagement!

Familien zu Hause mussten in den vergangenen Monaten ebenfalls besondere Herausforderungen bestehen und: Erwerbsarbeit, Schule, Familienleben, alles unter einem Dach und wenige Gelegenheiten zum Entweichen. Die Sorgen um die eigene Gesundheit und die uns lieben Menschen, das Vermissen von Freunden, von liebgewonnenen Hobbies und allen sozialen Kontakten. Sich in solch einer Situation für schulische Fragen zu motivieren, trotz fehlender Klassengemeinschaften, trotz fehlender persönlicher Begegnungen mit Lehrerinnen und Lehrern, ist alles andere als selbstverständlich. Daher gilt Ihnen und Euch mein herzlicher Dank, dass Sie, dass Ihr so entschlossen und gut mitgewirkt habt, dass die eingeschlagenen Wege gegangen werden konnten, dass die Regeln so gut eingehalten wurden. Damit habt Ihr als Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren ein großes Maß an Verantwortung für unser Gemeinwesen getragen und Sie als Eltern einen unersetzlichen Beitrag geleistet.

Ein wichtiger Stützpfeiler dieser Tage waren die vielen Angebote und Gesprächsmöglichkeiten der

Schulpastoral und des schulpsychologischen Dienstes. Dort wurden neue Wege des Austausches, der Begleitung und der Kommunikation gesucht, dort wurde genau hingesehen, wo die Bedürfnisse der Schulgemeinde besonders groß waren. Auch Ihnen gilt ein herzlicher Dank für Ihren Einsatz.

Krisen öffnen unseren Blick auch dafür, welche Strukturen und Beziehungen funktionieren, welche stark sind, uns tragen und halten. Die Schulen des Bistums gehören ganz bestimmt dazu und dies ist der Verdienst einer ganzen Gemeinschaft und all derer, die zu ihr gehören und sie in ihrem Wesen ausmachen. Ich danke Ihnen allen, für Ihren Einsatz, Ihr Verständnis, Ihre Besonnenheit und Ihre Tatkraft.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie die Ferienzeit nutzen können, sich zu erholen, Kraft zu tanken und sich zu sammeln. Denn vor uns liegt erneut ein außergewöhnliches Schuljahr, dessen Verlauf wir noch nicht erahnen können.

Seien Sie behütet und gesegnet!

Mit bestem Gruß

Gereon Geissler

Dezernent


Unter folgendem Link können Sie das Schreiben des Dezernenten herunterladen: LINK