Liebfrauenschule bei Jugend forscht für naturwissenschaftliches Engagement ausgezeichnet

N. El-Bitar und Hannah Ferber, dritter Platz im Fachbereich Arbeitswelt

Auszeichnungen erhielten die Projektbetreuer N. Chalwatzis und L. Schlichtherle

A. Gangnus, vierter Platz im Fachbereich Physik

Am Donnerstag, den 20.02.2020, fand unter dem Motto „Schaffst Du!“ der diesjährige Regionalentscheid von Jugend forscht beim Fraunhofer Institut in Darmstadt statt. Dabei erreichte die LFS gegen starke Konkurrenz zwei zweite und einen dritten Platz sowie den Sonderpreis des Fachbereichs Biologie. Weiterhin wurde die LFS mit dem auf 1000€-dotierten Jugend forscht Schulpreis 2020und Betreuungslehrer Lars Schlichtherle mit dem Sonderpreis für engagierte Talentförderer ausgezeichnet.

Dem Motto „Schaffst Du!“ sollten die Schülerinnen mehr als gerecht werden, da die Schülerinnen der LFS sich über ein Jahr intensiv mit insgesamt fünf Projekten beschäftigten, sollten diese nun einer Fachjury präsentiert werden. Elf Schülerinnen mit fünf Projekten, die von der Liebfrauenschule am Start waren, sprengten den verfügbaren Platz bei der BASF in Lampertheim, weshalb die Gruppen der LFS am Regionalwettbewerb Darmstadt teilgenommen haben.

Morgens vor der Schule sind die letzten Autos bepackt worden und anschließend traf man sich bei dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt. Ab acht Uhr hatten die Teilnehmerinnen Zeit ihre Projekte aufzubauen, bevor der Leiter des IDG Dr. Paul Schlöder, um 9 Uhr den Regionalentscheid mit seiner Rede eröffnete. Anschließend fanden die Vorstellungen der Projekte und die Gespräche mit den jeweiligen Juroren statt, die im Anschluss die Projekte bewerteten. Die zweistündige Mittagspause wurde mit einem kleinen Buffett und Einblicke, in die verschiedenen Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer-Institute, um interessierten Nachwuchs anzuwerben, überbrückt. Ab 14 Uhr sind die Tore für Familie, Freunde und die Presse geöffnet worden, in denen die Projekte der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Um 16 Uhr fand dann die Preisverleihung statt. Während des gesamten Tages hatten die Schülerinnen weiterhin die Möglichkeit Kontakte zu verschiedenen Organisationen zu knüpfen. So haben zwei Schülerinnen bezüglich möglicher Schulpraktika die Chance genutzt und den Kontakt zur GSI hergestellt.

Die Projekte der Schülerinnen

Im Fachbereich Biologie haben unsere Schülerinnen Larissa Brockmeyer und Charlotte von Wolfersdorff den vierten Platz belegt. In ihrem Projekt haben sie untersucht, wie sich die blaue und schwarze Färbung der Schwanzflossen von Guppys vererben und dabei gezeigt, dass die blaue Färbung nicht den Mendelschen Regeln gehorcht. Für diese Erkenntnis sind die beiden Schülerinnen mit dem Sonderpreis des Fachbereichs Biologie, einem Zeitschriften-Abonnement, ausgezeichnet worden.

Im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften haben die Schülerinnen Carolin Flath, Nele Kulke und Marie Wolf den zweiten Platz belegt. Die drei Schülerinnen haben untersucht, inwieweit es mit Algen möglich ist, ausreichend Sauerstoff für eine Mondstation zu produzieren. Dafür bauten sie eine Algenzucht und untersuchten die Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidkonzentration unter verschiedenen Versuchsbedingungen.

Im Fachbereich Arbeitswelt erzielten Nura El-Bitar und Hannah Ferber den dritten Platz. In ihrem Projekt „ChowTech – das smarte Gewächshaus“ haben sie ihren Prototypen des Vorjahres weiterentwickelt und vergrößert, um das Gewächshaus besser auf die Bedürfnisse einzelner Pflanzen zuzuschneiden. Dabei haben sie eine sensorgesteuerte Belüftung in das Gewächshaus integriert, welche mithilfe eines Mikrocontrollers angesteuert wird. Weiterhin wird über die Bodenfeuchtigkeit die Bewässerung so auf die Pflanze abgestimmt, dass der Wasserverbrauch minimiert werden kann.

Im Fachbereich Physik sind zwei Gruppen der LFS vertreten gewesen. Annelie Gangnus ist mit ihrem Projekt „Radioaktivität von Lebensmitteln“ mit dem vierten Preis ausgezeichnet worden. Sie hat untersucht, inwiefern verschiedene Lebensmittel, insbesondere japanische Pilze und Fischschuppen, radioaktiv strahlen. Annelie konnte mit ihren Ergebnissen Entwarnung geben und warnt nicht vor dem Verzehr japanischer Fischschuppen, auch wenn diese nach dem Reaktorunglück in Fukushima produziert worden sind.

Malin Baumann, Laura Kranyak und Anthea Wolf untersuchten mithilfe eines Spektrometers verschiedene Lichtquellen und als zentrale Lichtquelle die Sonne. Dabei konnten sie die Fraunhoferlinien vermessen und nachweisen, dass sich Sauerstoff in der Atmosphäre und sich Wasserstoff in der Sonne befindet. Weiterhin war es ihnen möglich mit ihren Messungen eigenhändig die Oberflächentemperatur der Sonne zu bestimmen. Für das Projekt „spektrale Vermessung eines Sterns“ sind die drei Schülerinnen mit dem zweiten Platz im Fachbereich Physik ausgezeichnet worden.

Besondere Auszeichnungen

Nachdem die Projekte der Schülerinnen und die Sonderpreise verteilt worden sind, fuhr Schlöder mit der Ehrung der Projektbetreuenden fort. Lars Schlichtherle erhielt den mit 100€-dotierten Sonderpreis für engagierte Talentförderer, da er vier Projekte, von welchen drei prämiert wurden, in drei verschiedenen Fachbereichen betreute und somit ein breites Spektrum an Projekten den Schülerinnen ermöglichte, so hieß es in der Laudatio.

Die Liebfrauenschule wurde mit dem diesjährigen Schulpreis ausgezeichnet, da sie mit insgesamt fünf Projekten, von denen insgesamt vier aufgrund der hohen Qualität prämiert wurden, am Regionalentscheid teilgenommen hat. Weiterhin ist das besondere Engagement zur Förderung mathematisch, naturwissenschaftlich und technisch interessierter Schülerinnen in der Dankesrede gelobt worden. Die Liebfrauenschule bietet somit für naturwissenschaftliche Schülerinnen ideale Voraussetzungen.

Die betreuenden Lehrkräfte Dr. Nico Chalwatzis und Lars Schlichtherle sind mit dem Abschneiden der Schülerinnen sehr zufrieden und freuen sich, dass die Gruppen den Jugend forscht-AGs erhalten bleiben und an ihren Projekten weiterarbeiten wollen. Gerne können sich weitere interessierte Schülerinnen der LFS den AGs anschließen, worüber sich die betreuenden Lehrkräfte sehr freuen würden.

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