Keine Scheu vor großen Meisterwerken

Winterkonzert der Musikgruppen in der Anne-Frank-Halle

Auch in diesem Jahr veranstalteten mehrere Musikgruppen der Liebfrauenschule ein gemeinsames Winterkonzert. In der Anne-Frank-Halle zeigten das Projektorchester, die beiden Bläserensembles und das Aufgebot der Orchester-AG die Ergebnisse ihrer Arbeit. Auf dem Programm standen Auszüge aus Oper und Schauspiel, Folk- und Pop-Arrangements sowie Tänze aus der Renaissance. Schülerinnen aus nahezu allen Jahrgangsstufen traten dabei zusammen auf.

Der erste Teil des Konzerts war ein vielfältiger Mix aus kürzeren Stücken, präsentiert von den zwei Ensembles und der Orchester-AG. Die Bläserinnen der Jahrgangsstufe sechs begannen mit dem amerikanischen Volkslied „Aura Lee" aus der Zeit des Bürgerkriegs. Die langsame Ballade wirkt zwar als Blechbläser-Version etwas träge, aber die Musikerinnen meistern das mehrstimmige Arrangement ihres Dirigenten Michael Meyer-Limp fehlerfrei.

Weitaus schwungvoller geht ihnen das kurze und knackige „Li’l Liza Jane" über die Lippen. Das Stück entstammt ebenfalls der amerikanischen Folklore. Mit spürbarem Elan werfen die Instrumentengruppen einander die prägnanten Phrasen zu. Ebenso lebhaft erklingt „Pegasus" von William Owens. Die Orchester-AG tritt als zwölfköpfige Formation mit vier Violinen, drei Celli und je zwei Klarinetten und Querflöten auf.

Die Mitglieder des von Jürgen Reichardt geleiteten Orchesters stammen aus verschiedenen Jahrgangsstufen. Neben dem melodischen und emotionalen „River Flows in You" des südkoreanischen Pianisten Yiruma spielte es drei Tänze aus der Gluck-Oper „Orpheus und Eurydike".

Fordernde Tänze

Trotz verschiedener Tempi, nämlich „Allegretto grazioso", „Calmo" und „Andante cantabile", handelt es sich bei allen drei Tänzen um eher langsame und gleichmäßige, bisweilen zarte Charaktere, die jedoch mit ihrer Mehrstimmigkeit durchaus fordern.

Das zweite Bläserensemble von Michael Meyer-Limp, das sich aus Ehemaligen der Bläserklasse zusammensetzt, hatte für diesen Abend Tänze des flämischen Renaissance-Komponisten Tielmann Susato aus „Het derde musyck boexken" (dt. „Das dritte Musikbüchlein") vorbereitet. Seine Kompositionen sind zeittypisch: wohlgeordnet, von gemessenem Tempo, kraftvoll und festlich. Für heutige Geschmäcker wirken sie vielleicht ein wenig steif, doch den Bläserinnen gelingt es, ihnen einige Lebhaftigkeit zu verleihen.

Die zweite Hälfte des Konzerts ist dem Projektorchester vorbehalten, das sich unter Leitung von Jürgen Reichardt wieder einmal an ein großes Meisterwerk herangewagt hatte: Die Musik des norwegischen Romantikers Edvard Grieg zu Henrik Ibsens dramatischem Gedicht „Peer Gynt“.

Die 30 Musikerinnen spielten die acht Stücke der beiden später von Grieg zusammengestellten Suiten, darunter die weltberühmte „Morgenstimmung“ und das nicht weniger bekannte „In der Halle des Bergkönigs", ergänzt um die Hochzeitsmusik aus dem ersten Akt.

Die Handlung des Schauspiels, das auf norwegischen Märchen beruht, wurde dem Publikum durch den Vortrag von Melanie Helfert und Carlotta Lebeth nähergebracht, mit dem sie die einzelnen Musikstücke sinnvoll verknüpften.

Vorweg hatte das Orchester außerdem „Gabriel’s Oboe“ von Ennio Morricones Filmmusik zu „The Mission" (1986) gespielt. Die Moderation des Konzerts übernahm Jill Gärtner. 

BA, 25.01.2019

Mitwirkende:

Bläserklasse der 6. Jahrgangsstufe

Flöte: Judith Barthelme, Vanessa Bölke, Amelie Kaiser, Anna Knussmann, Amelie Rehn

Klarinette: Elin Altenhofen, SaraBroz, MarenHabel, Leni Hofmeyer, Chantal Opelt, Nicole Sobota, Jennifer Zahn

Trompete: Luisa Enke, Paula Röder, Victoria Stolbina

Horn: Pia Hoffmann, Luana Wenz

Posaune: Anni Neumann, Donna Seibert

Euphonium: Maya Ritter, Viana Wiebe

Tuba: Lysa-Lynne Ruiz-Begunk

Leitung: Michael Meyer-Limp

 

Bläser- Ensemble

Flöte: Laura-Maria Ellmer (7D)

Klarinette: Luisa Filbert (7A), Vanessa Flügel (7C), Marie Hoeppner (7A), Lara Moritz (7A), Verena Salzer (Q3)

Horn: Friederike Keller (9B)

Trompete: Johanna Graf (7D)

Posaune: Silvia Luley (9B), Chiara Piciullo (7A)

Euphonium: Alexa Filbert (9C)

Leitung: Michael Meyer-Limp

 

AG Orchester

Violine: Antonia Ackermann (7B), Juliane Albrecht (5E), Jill Gärtner (Q1), Antonia Gosch (Q3)

Querflöte: Justine Hastik (Q1), Sophie-Eliane Woidelko (7B)

Klarinette: Lara Moritz (7A), Karlotta Seybold (Q1)

Violoncello: Felicia Freund (8A); Milena Schmitt (Q1); Eva Maria Voos (8A)

Leitung: Jürgen Reichardt

 

Projektorchester

Violine: Antonia Ackermann (7B), Juliane Albrecht (5E), Jill Gärtner (Q1), Antonia Gosch (Q3), Laura Müller (E1),Yuki Schäfer (6D), Helen Schneider (8B)

Querflöte: Marie Arnold (8B), Ronja Backs (8E), Lena Bender (E1), Claudia Fend (Q3), Justine Hastik (Q1), Theresia Hebling (5E), Luisa Knapp (E1), Antonia Marx (E1), Mathilda Sticksel (7D), Sophie-Eliane Woidelko (7B)

Oboe: Amélie Noé (6D)

Klarinette: Lara Moritz (7A), Mirja Nagel (8E), Karlotta Seybold (Q1)

Violoncello: Pauline Afflerbach (E1), Felicia Freund (8A), Anna-Noemi Koslowski (7A), Milena Schmitt (Q1), Eva Maria Voos (8A)

Klavier: Nele Kaiser (8E), Chiara Kunert (9A)

Waldhorn: Friederike Keller (9B), Michael Meyer-Limp

Posaune: Silvia Luley (9B)

Einstudierung: Michael Meyer-Limp; Jürgen Reichardt

Leitung: Jürgen Reichardt

 

Rezitationen: Melanie Helfert (Q3); Carlotta Lebeth (Q3)

Moderation: Jill Gärtner (Q1)