Schulgeld

Schulen des Bistums Mainz zukunftsfähig machen

Ab 2019/2020 führen die katholischen Schulen in Hessen ein gestaffeltes Schulgeld ein

Mainz. Die vier katholischen Schulen des Bistums Mainz in Hessen werden ab dem Schuljahr 2019/2020 ein gestaffeltes Schulgeld einführen. Betroffen sind ab dem Schuljahr 2019/2020 zunächst die neuen Fünftklässler; ab dem Schuljahr 2020/2021 gilt die Regelung für alle Schülerinnen und Schüler.

Die Entscheidung haben der Generalvikar des Bistums Mainz, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, gemeinsam mit der Dezernentin für Hochschulen und Schulen, Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, in einem Schreiben vom Mittwoch, 12. September, an die Eltern der Schülerinnen und Schüler angekündigt. Darin heißt es: „Gute Schule kostet Geld. Dafür sind wir im Bistum bereit, mit erheblichen Kirchensteuermitteln die Schulen zu finanzieren - im Unterschied zu den anderen privaten Trägern in Hessen bisher ohne Schulgeld. Allerdings sind die Bedingungen für eine stabile Schulfinanzierung in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden. Darum möchte das Bistum zum Erhalt seiner Schulen rechtzeitig verantwortungsvoll planen.“  

Trotz der Bezuschussung der Schulen in freier Trägerschaft aus Steuermitteln durch das Land Hessen, bleibe „eine deutliche Finanzierungslücke für die Schulträger“. Bislang hat das Bistum Mainz jährlich über zehn Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln für die hessischen Schulen eingesetzt. Weiter heißt es: „Die finanziellen Prognosen für das Bistum machen klar: Auf Dauer sind diese Summen durch die Kirchensteuer allein nicht aufzubringen. Schon bisher haben Elternspenden vieles ermöglicht und den Schulträger entlastet. Die katholischen Schulen müssen aber langfristig abgesichert und zukunftsfähig gemacht werden. Dazu braucht die Diözese Planungssicherheit mit festen Einnahmen.“ 

Schulbesuch wird auch künftig nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen

Bentz und Pollak betonen, dass die Aufnahme an einer katholischen Schule auch künftig nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen werde. Abhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen kann das monatliche Schulgeld reduziert werden. Darüber hinaus ist das Schulgeld als Sonderausgabe steuerlich abzugsfähig. Die Höhe des Schulgeldes wird sich monatlich auf 90 Euro für das erste Kind, 50 Euro für das zweite Kind und zehn Euro für das dritte Kind belaufen. Alle weiteren Kinder sind frei. Das Bistum geht davon aus, dass die Einführung des Schulgeldes insgesamt rund 3,5 Millionen Euro im Jahr erbringen wird, wenn es ab dem Schuljahr 2020/2021 für alle Schülerinnen und Schüler eingeführt ist. Das Geld wird nicht nur Sanierungen sowie Baumaßnahmen und dem Unterhalt der Betriebsabläufe in den Schulen zu Gute kommen, sondern auch der Gewährleistung des Unterrichts. Bereits seit 2011 hatte das Bistum Mainz in den hessischen Schulen eine Erhöhung der Elternspenden angestrebt, doch die freiwilligen Spenden reichen nicht dauerhaft aus, um die Deckungslücke in der Schulfinanzierung zu minimieren.  

Das Schulgeld wird an folgenden Schulen eingeführt: Albertus Magnus-Schule (Viernheim), Liebfrauenschule (Bensheim), St. Lioba-Schule (Bad Nauheim) und Marienschule (Offenbach). Betroffen von der Maßnahme sind an diesen vier Schulen insgesamt rund 3.400 Schülerinnen und Schüler. Da sich die katholische Edith Stein-Schule (Darmstadt) in Stiftungsträgerschaft befindet, ist die Einführung des Schulgeldes dort Sache des Kuratoriums. Für die Bistumsschulen in Rheinland-Pfalz wird auch künftig kein Schulgeld erhoben, da im dortigen Schulgesetz kein Schulgeld vorgesehen ist. 

Hinweis: Weitere Informationen auf den Internetseiten des Schuldezernates unter:

https://bistummainz.de/schule/katholische-schulen/schulgeld-in-hessen/

von tob (MBN)

Pressestelle Bistum Mainz

Fragen und Antworten zum Thema Schulgeld in Hessen

Warum Schulgeld an den katholischen Schulen des Bistums Mainz in Hessen?

Das Bistum als Schulträger und die Lehrenden engagieren sich gemeinsam mit den Eltern für die Heranwachsenden und damit verbunden für hohe Qualitätsstandards an den katholischen Schulen. Freilich: Gute Schule kostet Geld!

Das Land Hessen bezuschusst Schulen in freier Trägerschaft aus Steuermitteln. Trotzdem bleibt eine deutliche Finanzierungslücke für die Schulträger. Deshalb ist durch das Land gesetzlich geregelt, dass zur Minderung der verbleibenden Lücke Schulgeld erhoben werden kann (§ 6 Hessisches Ersatzschulfinanzierungsgesetz).

Plant das Bistum verantwortungsvoll?

Seither war das Bistum Mainz in der Lage, mit nicht unerheblichen Kirchensteuermitteln die Schulen zu finanzieren. Bisher wendet die Diözese als Träger dafür pro Jahr etwa 15 Millionen Euro auf, davon mehr als 10 Mio für die hessischen Schulen: für den laufenden Betrieb, das besondere Profil sowie für notwendige Sanierungen und Baumaßnahmen. Die Rahmenbedingungen für eine stabile Schulfinanzierung sind deutlich schwieriger geworden. Die finanziellen Prognosen für das Bistum machen klar: Auf Dauer sind diese Summen durch die Kirchensteuer allein nicht aufzubringen. Schon bisher haben Elternspenden vieles ermöglicht und den Schulträger entlastet. Die Katholischen Schulen müssen aber langfristig abgesichert und zukunftsfähig gemacht werden. Dazu braucht die Diözese Planungssicherheit mit festen Einnahmen. Deshalb ist es erforderlich, dass das Bistum ab dem Schuljahr 2019/2020 - wie die anderen freien Träger in Hessen schon seit längerer Zeit - Schulgeld erhebt.

Was umfasst der neue Beschluss?

Dazu wurde folgender Beschluss gefasst: 

Einführung von Schulgeld für die neuen Fünftklässler ab dem Schuljahr 2019/20; für alle übrigen Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2020/21.

Dabei ist sehr wichtig: Auch in Zukunft soll kein Kind aus finanziellen Gründen vom Besuch einer katholischen Schule ausgeschlossen sein!

Wie hoch ist das Schulgeld? Familienrabatt und Ermäßigungen?

Für weiterführende Schulen beträgt das Schulgeld künftig 90 Euro monatlich. Es wird für zwölf Monate im Jahr erhoben.

Das Schulgeld wird für das zweite und dritte Kind automatisch reduziert. Alle weiteren Kinder einer Familie sind frei. Bei 90 Euro 1. Kind; 50 Euro 2. Kind; 10 Euro 3. Kind, alle weiteren sind frei.

Abhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie kann der monatliche Betrag nach entsprechenden Kriterien selbstverständlich reduziert und das Schulgeld ermäßigt werden. Die Beantragung und Klärung läuft vertraulich über eine zentrale Ansprechperson im für die Katholischen Schulen zuständigen Dezernat in Mainz, nicht über die jeweilige Schule. Nähere Angaben finden Sie später auf unserer Homepage.

Welche Kosten sind auch zukünftig nicht im Schulgeld enthalten?

Mittagessen oder Pausengetränke

Klassen- und Schulfahrten, Wandertage, Exkursionen (teilweise durch Fördervereine unterstützt)

Ganztagsschulangebote

Lehr- und Lernmittel für den Unterricht, die nicht durch das Land gestellt werden

weitere Unterrichtsmaterialien (wie Hefte, Stifte, Kopien…)

Kann das Schulgeld steuerlich geltend gemacht werden?

Schulgeld ist als Sonderausgabe steuerlich abzugsfähig. Informationen dazu hat das für Sie zuständige Finanzamt oder der Steuerberater.

Wen kann ich bei weiteren Fragen ansprechen?

Ihre AnsprechpartnerInnen

Bei allgemeinen Fragen zum Schulgeld informiert der/die jeweilige Schulleiter/in oder eine von ihr benannte Person. Kontodaten für Überweisungen erhalten Sie zu gegebener Zeit über das Schulsekretariat.

Die Fragen zu möglicher Reduzierung des Schulgelds sollen unabhängig vom jeweiligen Schulbetrieb diskret von zentraler Stelle bearbeitet werden. Dafür steht ab Januar 2019 eine Ansprechperson im Dezernat Schulen und Hochschulen für Sie bereit. Nähere Informationen folgen.

Engagieren wir uns weiter für Katholische Schulen. Sichern wir gute Qualitätsstandards im Miteinander von Schulträger, Lehrenden, Lernenden und ihren Eltern.

Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak,
Dezernat Schulen und Hochschulen

Quelle: https://schule.bistummainz.de/kirchliche-schulen/schulgeld/index.html

Stand: 17.12.2018